Bye Bye Bhaba

Die postkoloniale Perspektive zwingt uns, die tiefgreifenden Beschränkungen eines auf Konsens und Komplizenschaft beruhenden „liberalen“ Begriffs von kultureller Gemeinschaft neu zu überdenken. Sie insitiert darauf, daß kulturelle und politische Identitäten durch einen Prozeß der Alterität hindurch konstruiert werden. Ethnische Fragen und Fragen der kulturellen Differenz überlagen Probleme der Sexualität und des Geschlechts und überdeterminieren die sozialen Bündnisse bei denen es um Klasse und demokratischen Sozialismus geht. Die Zeit für eine „Assimilation“ von Minoritäten an holistische und organische Vorstellungen von kulturellen Werten ist endgültig vorbei. Bereits die Sprache der kulturellen Gemeinschaft muß von der postkolonialen Perspektive aus in einer Weise neu überdacht werden, die den tiefgehenden Wandel in der Sprache der Sexualität, des Selbst und der kulturellen Gemeinschaft gleicht, der seinerzeit von den Feministinnen der siebziger Jahre und der Schwulen-Community der achtziger Jahre bewirkt worden ist.
[Bhaba, Homi K.: Die Verortung der Kultur]


2 Antworten auf “Bye Bye Bhaba”


  1. 1 lilith 12. Dezember 2008 um 12:07 Uhr

    Wieso habe ich das Gefühl, dass wir doch mehr Bhaba hätten lesen müssen? Ob es Zeit für eine Auseinandersetzung mit Spivak und Butler wird? Ihre Lilith

  2. 2 nyx 12. Dezember 2008 um 13:09 Uhr

    Erst Bhabha verabschieden und dann opportunistisch zurückwinken. Wo gibts denn sowas! Spivak und Butler habe ich ausgesetzt, zu viel heiße Luft im pinken Bändchen.

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