Happy Queering Mister President!

Dass der Spiegel keine Vorkämpferin in Sachen Feminismus ist, ist nun wirklich keine Neuigkeit. Vermutlich waren es also keine queeren Träumereien, die den Spiegel dazu veranlasst haben Michelle Obama als Barack Obamas besten Mann zu bezeichnen, sondern öder alteingesessener sexistischer Sprachgebrauch. Kann ich mich aber auch nicht wirklich drüber aufregen. Spiegel nicht lesen, klar, aber nicht unbedingt aus Protest, sondern aus Langeweile.


3 Antworten auf “Happy Queering Mister President!”


  1. 1 lilith 17. Januar 2009 um 20:20 Uhr

    auch im Alltag kann man das Phänomen der Wertschätzung sog. männlicher Eigenschaften beobachten. So heute geschehen, an einem wunderbaren Bergtag, Skitour respektive Snowboardtour wird dieser Sport genannt, er zeichnet sich durch Gemächlichkeit in gleicher Weise, wie durch Überanstrengung und Lebensmüdigkeit (falls man mal über seine Grenzen hinaus gegangen ist…nur einmal:)aus. Naja, wir waren streng heteroesexuelle Pärchen mit einem leicht sexistischen Einschlag von der männlichen Seite. Es macht es nicht besser diese Seite als die völlig unpolitische und unreflektierte, bei gleichzeitig stolzen Brustschwellen: Man wäre ein Alternativer….(was? was genau bitte? Ein alternativer Hase?) Zum Punkt. M. eine Person weiblicher Anatomie litt riesige Schmerzen unter ihren ausgeliehenen Skischuhe, kämpfte sich aber tapfer vorwärts, schimpfte ambitioniert vor sich hin, aber gab nicht auf. Folge: Schnell war das Credo meines hetero-sexistischen Mitbürger:

    Die M. ist echt eine harte Frau.

    Auch hier kann man schön beobachten, dass diese Härte (gerne auch auf sexuellem Gebiet mit Wildheit und Geilheit übersetzt) ein eindeutig männlich gehöriges Attribut sei. Nur mit dieser Härte kommt die Gebärmutter auf den Berg. Positiv. Weniger nett in diesem Diskurs wäre die Aussage gegenüber einem Penis, der nicht auf den Berg kommt:

    Er ist
    a) eine Memme
    b) ein Weichei
    oder
    c) schwul
    d) ein Mädchen

    Einsendungen bitte unter: Haut sie kräftig – die sexistische Alltagssprache und bitte verwendet nie wieder politisch!

  2. 2 nyx 18. Januar 2009 um 12:11 Uhr

    Wobei der Signifikant Mädchen eines oberflächlichen sex-gender-hetero-mannes je nach Positionierung der sprechenden Person einen unterschiedlichen Klang haben kann. Möglicherweise gelingt eine zugegeben auf einen zunächst auf einen kleinen Kreis beschränkte Resignifizierung?
    Was passiert am Berg, wenn der Anrufung „Kerl“ oder „Mädchen“ eine Umwendung folgt, eine halsbrecherische Abfahrt? Und welche Bedeutung hat das für die Theoriebildung. Wofür steht der Berg, wofür die Abfahrt? Ich bitte um Simultanübersetzung

  3. 3 lilith 18. Januar 2009 um 12:59 Uhr

    Greetz sie die fleißige! Mir ist aufgefallen, dass ich gar nicht das Ereignis der Anrufung beschrieben habe: Besagte Skitourengängerin hatte solche Schmerzen im Fuß, dass Sie beschloss das letzte Stück mit geschulterten Skieren, dem Schmerzenden Skischuh in der Hand und damit an einem Fuß sockig war….hierauf folgte der Ausruf von weiter unten vom Berg: „Harte Frau“ – Allerdings hat die Anrufung nich funktioniert, da Sie außer Hörweite war und außerdem französischsprechend….Andererseits passierte es mir auch, dass ich an diesem Tag „Michael“ genannt wurde, wg. der weißelnden Sonnencreme und meiner sehr nützlichen Sonnenbrille….Diese Anrufung würde ich allerdings eher in einem popkulturellen Kontext setzen, wobei zugegebn wohl noch niemand Michael Jackson auf dem Berg gesehen hat (na gut seit gestern!)

    So nun zur Simultantübersetztungs Ideen: Umwendung in diesem Kontext wäre gewesen der sockige „Kerl“ setzt sich hin und weint? Steht dann auf und macht weiter?

    Der Berg ist ja ein typisches Phallussymbol, wohingegen die Abfahrt eine erschlaffene Erektion bedeuten könnte, leider hast Du nichts zum Gipfelkreuz gefragt…hier hätte man sehr schön die Verknüpfung von Theologie und dem erhobene Zeigefinger einer symbolischen Ordnung sich gefälligst binär zu entwerfen….

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