Wirkmächtige Diskurse und der Hut von Frau Ypsilanti

Keine Frage, das heutige hessische Wahlergebnis ist eine deutliche Niederlage für die SPD. Dass Frau Ypsilanti ihren Hut nehmen musste, während Herr Koch seinen Schlapphut jetzt wieder richtig aufsetzen darf, ärgert mich, auch wenn ich mich sicher nicht als SPD-Anhängerin bezeichnen würde. Nicht der „Wortbruch“, sondern der Diskurs um den „Wortbruch“ Frau Ypsilantis, ist dafür wohl verantwortlich. Dabei gehört der Wortbruch sicher nicht zu den vom Aussterben bedrohten politischen Äußerungen. Aber Wortbruch ist nicht gleich Wortbruch. Wortbrüche sind höchst individuelle Charaktere, die – je nachdem – mehr oder weniger beliebt sind. Der „Wortbruch“ Frau Ypsilantis war wohl besonders beliebt, deshalb nimmt sie jetzt ihren Hut und Hessen muss die nächsten Jahre mit Herrn Kochs Schlapphut leben.


1 Antwort auf “Wirkmächtige Diskurse und der Hut von Frau Ypsilanti”


  1. 1 lilith 19. Januar 2009 um 12:42 Uhr

    Nicht nur die Bewertung des Wortbruch in der öffentlichen Wahrnehmung (lügilanti/tricksilanti)
    ist eine Debatte wert…wieviele Wortbrüche gehen im Taumel des Weltgeschehens unter (Stichwort:Die Rente ist sischäer! Blüm),
    interessant aber auch die Verwendung des Wortes „Macht“ und „Machtgeilheit“ in Zusammenhang mit Ypsilanti:

    Jemandem Machtgeilheit vorzuwerfen, der noch nicht mal an der Macht ist, ist das eine (dem amtierenden Koch das Machtgehabe und imponiere in Frage zu stellen, wäre weit nachvollziehbarer)..das andere ist das Zusammendenken von Macht, Vertrauensverlust und „Weiblichkeit“…

    vielleicht greife ich zu weit, aber ich habe schon manchmal den Eindruck, dass Frau Ypsilantis Sex eine Rolle spielt, während Kochs Penis ja völlig unbeachtet bleibt…(Ist übrigens Angie etwa eine Ausnahme, oder ist es ihr männliches Gender, das sich mit ihren Helferlein verbündet hat…sie als -ups- männlich durchgehen zu lassen??)

    Sprich: Es ist wohl nach wie vor verurteilenswert, wenn eine weibliche Politikerin sturr gerade nach einem Ziel Ausschau hält, sich kalkulierend, gerade heraus, mal auch hinten herum verhält, meinetwegen auch ohne Rücksicht auf Verluste,(also alles im allen wie es der Prototyp des erfolgsversprechenden Politiker zu eigen haben mag)

    Vielleicht erwarten zuviele noch diese emotionale Zurückhaltung, passive Scheuklappentaktik, Bittgang vor dem Wähler und den Regierenden … warum nicht auch einfach mal Dankbarkeit empfinden, dass man es mit seinem weiblichen Geschlecht so weit gebracht hat….nicht wahr?

    Naja und ganz abgesehen davon, vermisse ich die Bündnisdiskussion über die Linke und die SPD….denn ganz langsam zum mitschreiben….Wortbruch hin oder her….wie wär das mit rot-rot-grün…auf Bundesebene? Nicht, weil ich es will…oder nicht will--

    aber realistisch wird die SPD nicht mehr auf ihre Stinkerbeine kommen, wenn sie nicht anfängt zu kapieren, dass ihr pseudo sozialdemokratisches Hemd in Fetzen an ihr herabhängt, während sich die LINKE in einen rotgetränkten Lammfellmantel hüllen darf….genut der mythologe und metapherngetränkter Weisheit…ich bleibe eine Simulantin

    Lilith

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