Archiv für Januar 2009

nationaler feminismus? rechtsextreme feministinnen?

Was ist das denn? Frauen, die sich in der Rechtsextremen Szene tummeln, beschränken sich doch als „dumme Hausweibchen“ auf das bewundern und bekochen ihrer hart prügelnden Kameraden?
So wie Palitücher und Che Guevara schon einige Zeit nicht mehr ausschließlich linke Aushängeschilder oder popkulturelle Accessoires sind, sondern auch in der rechtsextremen und neonazistischen Szene als Deko verwendet werden, bedient sich die (weibliche) rechtsextreme Szene inzwischen auch im feministischen Baukasten. Mit der Rattenfänger-Theorie hat das meines Erachtens weniger zu tun.
Das jungfeministische Buch „Neue deutsche Mädchen“ hat mit diesen Deutschen Deerns zwar auch nichts zu tun, der Titel des Buches ist trotzdem daneben.

Artikel in der Jungle World über Rechtsextremismus und Feminismus
Düütsche Deerns, wir kriegen euch! Nach Che Guevara und den Palästinenser­tüchern haben Rechtsextreme auch den Feminismus für sich entdeckt | Flora Eder

Oder zum anhören,
eingefangen von Judith Albrechzt | Radio Corax Halle | 19.08.2008

Quelle

Judith Butler im Portrait

Warum wird dieses Portrait von Judith Butler (das 2006 auf Arte gesendet wurde) nicht mal wieder ausgestrahlt? Zum Glück sind wir nicht zum warten und hoffen verdammt, sondern können uns das auch online anschauen. Sehr sehenswert und sehr verständlich: die meiste Zeit Englisch mit französischen Untertiteln. Und zwischendrin gibt es eine kurze wunderbare Stelle in der sich Judith Butler und Isabell Lorey auf deutsch unterhalten. Ich würde sagen, viel Vergnügen!

Teil 1

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Happy Queering Mister President!

Dass der Spiegel keine Vorkämpferin in Sachen Feminismus ist, ist nun wirklich keine Neuigkeit. Vermutlich waren es also keine queeren Träumereien, die den Spiegel dazu veranlasst haben Michelle Obama als Barack Obamas besten Mann zu bezeichnen, sondern öder alteingesessener sexistischer Sprachgebrauch. Kann ich mich aber auch nicht wirklich drüber aufregen. Spiegel nicht lesen, klar, aber nicht unbedingt aus Protest, sondern aus Langeweile.

Judith Butler: Frames of War. When Is Life Grievable?

Für alle die genauso ungeduldig sind wie ich, was sie am Berliner Judith Butler Vortrag Frames of War zu erwarten haben, gibt es hier eine Kurzzusammenfassung des aktuellsten und vorausssichtlich im April erscheinenden Buches von Judith Butler mit dem Titel Frames of War. When Is Life Grievable? Klingt ähnlich wie der Titel des Vortrags? Genau. Bitteschön:

This is a profound exploration of the current wars, looking at violence, gender and different forms of resistance. In „Frames of War“, Judith Butler explores the media’s portrayal of state violence, a process integral to the way in which the West wages modern war. This portrayal has saturated our understanding of human life, and has led to the exploitation and abandonment of whole peoples, who are cast as existential threats rather than as living populations in need of protection. These people are framed as already lost, to imprisonment, unemployment and starvation, and can easily be dismissed. In the twisted logic that rationalizes their deaths, the loss of such populations is deemed necessary to protect the lives of ‚the living‘. This disparity, Butler argues, has profound implications for why and when we feel horror, guilt, loss and indifference, both in the context of war and, increasingly, everyday life. In this urgent response to increasingly dominant methods of coercion, violence and racism, Butler calls for a reconceptualization of the Left, one united in opposition and resistance to the illegitimate and arbitrary effects of state violence.

Judith Butler in Berlin

Tata! Diesmal werden wir das nicht verpassen:
Judith Butler kommt nach Berlin und hält die diesjährige Hegel -Lecture am Dahlem Humanities Center (DHC) der Freien Universität Berlin.

Titel des Vortrags „Frames of War“

Achtung! Der Vortrag von Butler ist räumlich verschoben worden ins

Audimax des Henry Ford-Baus
(Garystraße 35, 14195 Berlin-Dahlem) (U-Bahnhof Thielplatz).
Einlass ist ab 18 Uhr.
nicht das wir im falschen Gebäude warten und Butler verpassen….

Queer Theory und Kapitalismus

queere Kapitalismuskritik mit Katharina Pühl. Warum eigentlich ist Berlin so weit weg? Mist! Aber vielleicht findet sich ja jemand, der_die das ganze aufzeichnet und online stellt?

Zum Ausgleich hab ich den Text bei gender-killer gefunden, der zwar nicht mehr ganz neu, aber immer noch lesenswert ist:
Queere Politiken im Neoliberalismus? Von Katharina Pühl

Die Diskussion um das Verhältnis von queeren Politiken und Ökonomie wird oft in eine unheilvolle Gegenüberstellung gebracht: queere Politiken seien “nur” eine Intervention in kulturelle Codes und Identitäts-bezogene Politikmuster der Kritik von Heterosexualität, sagen manche KritikerInnen. Die postmoderne, angeblich vor allem sprachbezogene Kritik des Subjekts verbleibe auf einer Diskursebene, die den ihnen zugrundeliegenden politisch-ökonomischen Verhältnissen äußerlich bleibt oder sogar zu deren Entpolitisierung, gerade gegenwärtig, in der neoliberalen beliebigen Bezugnahme auf verwertbare Identitätsmuster, beitrage. Umgekehrt resultiert aus einer Ökonomie-zentrierten Kritik gesellschaftlicher Verhältnisse nur zu leicht eine “Ableitung” sozialer Kämpfe in der Sphäre von Kultur, die ihren “wahren” Widerspruch doch eigentlich im Verhältnis von Kapital und Arbeit hätten. Von manchen wird queerer Aktivismus als lediglich individuell-private Identitätspolitik als Antwort auf die Zweigeschlechternorm gelesen, die die strukturellen Widersprüche kapitalistischer Vergesellschaftung verkennt und ein subversives Außen suggeriert, das es nicht geben kann. (mehr…)

Popfeminismus als linkes Vermächtnis oder kapitalistische Erneuerung?

Sonja Eismann in der Jungle World über Lauter eloquente junge Männer , der Poplinken, die älter werden, unter akutem Objekt- und Subjektverlust leiden und von shoppenden Popfeministinnen beerbt werden.

„Der euphorische Kulturalismus der damaligen Zeit wirkt freilich in seiner Naivität aus heutiger Sicht fast rührend. Wenn man als feministisches Kollektiv beispielsweise hoffnungsvoll blauäugig davon ausging, Shopping (als feminin kodierte Tätigkeit) könne ein Zeichen von Dissidenz sein oder weibliches Groupietum eine Form von Empowerment. Heute hingegen muss sich noch zeigen, ob der (Pop-)­­Feminismus das einzige linke Vermächtnis der Poplinken ist oder doch die vielgeschmähte Erneuerungsideologie des Kapitalismus. Schön wäre es ja, wenn im Gegenteil der Feminismus als emanzipatorische Kraft nun umgekehrt mal für alle sprechen könnte. Kann man sich ja mal wünschen.“

PorNo-DankeNein?

Gibt es überhaupt eine Unterscheidung zwischen „guter Liebe“ und „böser Sexualität“? Heißt gute Liebe nicht einfach schlechter Sex? Warum ist Pornoschauen nur was für harte Jungs? Kann es sein, dass wir theoretisch pornografisch und praktisch prüde sind? Warum nicht einfach mal guten Koitus und harten Kuschelsex? Warum müssen Lesben eigentlich im Bett immer ihren Mann stehen?