Archiv für Juli 2009

arranca! scheitern

Aus aktuellem Anlass grad ein Thema bei mir, deshalb umso mehr super arranca! – was für ein thema: scheitern

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Aus dem Editorial:
Denn Scheitern lässt sich auf vielerlei Arten an vielerlei Orten. Mit Heulen und Zähneklappern, mit Knall, Rauch und Funkenschlag aber auch leise und heimlich, quasi im Vorbeigehen. Bewegungen, Revolutionen, Lebensentwürfe und Träume können scheitern, aber eben auch Herrschaftsprojekte, Produktionsweisen oder gewaltförmige, autoritäre Unterdrückungsverhältnisse. Die Angst vorm Scheitern und manchmal auch das Scheitern selbst – das haben uns die eingesendeten Artikel deutlich gemacht –, treibt uns alle um, sowohl als organisierte Linke als auch als Individuen. In der Bundesrepublik Teil der radikalen Linken zu sein, heißt immer und von Anfang an, schon gescheitert zu sein: Gescheitert an der Aufarbeitung der ebenso langen wie verkorksten linken Bewegungsgeschichte; gescheitert daran relevant zu sein was Theorie und Praxis angeht und gescheitert selbst an einem vernünftigen Umgang mit dem Scheitern. Und auch als Individuen stehen wir alle fast täglich vor dem Spiegel und ringen mit dem, was uns von dort aus anspringen könnte. Was immer den neuen Menschen in einer befreiten Gesellschaft auszeichnen mag, wir selber stehen nur allzu oft allein vor einem Berg an Herausforderungen und fragen uns, wo der ganze Dreck wohl herkommen könnte. Wir scheitern in der Liebe oder daran, uns selbst gut/schön/begehrenswert zu finden. Wir scheitern daran, uns in der Welt einzurichten und sie gleichzeitig noch verändern zu wollen. Wir scheitern daran, inmitten kapitalistischer Konkurrenz bessere und mutigere Genoss_innen zu sein und manchmal auch einfach nur daran, dass wir nicht wissen, wo der Einstieg für eine neue Runde bei »Nicht den Boden berühren« ist. (mehr…)

Diskussionsrunde: Doing – Undoing Gender

langsam kommt die genderforschung in münchen an. deshalb nicht meckern, sondern sich über kleine brötchen freuen. grundlagen sind schließlich auch wichtig. diskutiert werden soll:

- Gildemeister, R./Wetterer, A. (1992): Wie Geschlechter gemacht werden. In: Traditionen Brüche. S. 201-254

- West, C./Fenstermaker, S. (1995): Doing Difference In: Gender & Society, 9, S. 8-37Candace West, Sarah Fenstermaker: Doing Difference In: Gender & Society. 1995 / 9, S. 8-37

- Hirschauer, S. (2001): Das Vergessen des Geschlechts. Zur Praxeologie einer Kategorie sozialer Ordnung. In: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie / Sonderheft 41, S. 208-235

Doing-Unidoing Gender

Warum wir schwerhörig sind …

Zuhören, Macht, Verlernen | Zara Pfeiffer
Zeichnungen von Julia Jäckel

Julia Jäckel

„Ich bin schwerhörig“, so der Kommentar von Eberhard, einem Mitglied der Redaktion, als wir uns bei der Suche nach einem geeigneten Schwerpunkt für das Infoblatt das Thema zuhören ausgedacht haben. Was es bedeutet, schwerhörig zu sein, hat in den Diskussionen der Redaktion in den letzten Wochen und Monaten immer wieder eine wichtige Rolle gespielt. Nun sind wir nicht unter die Mediziner_innen gegangen und haben auch nicht die technischen Besonderheiten von Hörgeräten diskutiert. Was uns an dem Thema zuhören vor allem interessiert hat, war die Frage nach dem Verhältnis zwischen Zuhören und Macht. Was können wir hören und was nicht? Wie wird über Zuhören Macht ausgeübt? Wem hören wir zu und wem hören wir nicht zu? Welche Herrschaftserhältnisse strukturieren die Beziehung zwischen Zuhörenden und Sprechenden? Welche Schwierigkeiten ergeben sich bei einem Zuhören auf internationalistischer Ebene und wie können wir mit diesen Schwierigkeiten umgehen? Warum wollen oder können wir manche Dinge einfach nicht hören? Warum sind wir schwerhörig? (mehr…)