Archiv für Juli 2010

Hinterland 13

Hinterland Caspartheater: Reaktion auf ,Afghanistan den Afghanen‘ by Debatten Caspar, geschrieben von [muc] münchen postkolonial
Willkommen in der Nische? …über (queer-) feministische Medienarbeit

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Nebenwirkung: HIV-positiv. Gel statt Kondome als Schutz vor HIV?

Was in der taz heute als gute Nachricht für Frauen bezeichnet wird, ist durchaus erstaunlich: Ein Vaginal-Gel, das HIV-Viren abtötet, soll Frauen „die Möglichkeit zur eigenmächtigen HIV-Prävention“ geben. Das tolle an diesem Gel, es soll Frauen unabhängig von der Zustimmung des Mannes machen. Ein Durchbruch? Aha. Getestet wurde das Gel in Südafrika an 889 HIV-negativen Frauen. Aus der Gruppe, die das Gel erhielt infizierten sich „nur“ 38 Frauen. Aus der Gruppe, die ein Placebo erhielt, steckten sich im Versuchszeitraum dagegen 60 Frauen an. Da stellt sich nun doch die Frage nach den Versuchsbedingungen: Die Versuchsfrauen waren alle HIV-negativ, soweit so gut. Alle hatten die gleichen Sexpraktiken mit Männern, die allesamt HIV-positiv waren? Darüber schweigt sich der Artikel aus, ebenso über die weiteren Versuchsbedingungen. Was bitteschön wurde den Frauen über diesen Versuch erzählt? Und was über die Risiken, sich eben doch mit HIV zu infizieren?
Ohne dogmatisch sein zu wollen, es gibt ein relativ einfaches, günstiges und erfolgreiches Mittel gegen AIDS, das nicht Enthaltsamkeit heißt: Kondome. Dass es für Frauen in manchen Gegenden der Welt bisweilen schwierig sein kann, ihre Männer (und bisweilen auch sich selbst) davon zu überzeugen, solche zu benutzen, ist ein Problem. München zum Beispiel ist so eine Gegend, wie ich aus (nicht repräsentativen) Erzählungen meines Freundeskreises zu berichten weiß. Dass jetzt ausgerechnet ein mehr oder weniger wirksames Vagnialgel die Lösung für diese (Selbst)Überzeugungsproblem sein soll, ist doch recht zweifelhaft.
Jenseits der Frage, was dieses Gel am Ende kosten wird und der Gefahr, dass es dazu beiträgt, eine günstigere und wirksamere Methode (Kondome) zu verdrängen, ist natürlich klar, dass es nicht nur den einen Weg (Kondome) bei der Prävention von HIV geben sollte. Wenn es demnächst ein Gel geben sollte, dass die Ansteckungsgefahr für Frauen reduziert, die entweder sich selbst oder ihre Sexpartner nicht davon überzeugen können, Kondome zu benutzen, ist das vielleicht immer noch besser als nichts. Eine gute Nachricht für Frauen ist das deshalb aber noch lange nicht.

Ach ja: Nebenwirkungen hat das Gel nicht, außer vielleicht sich mit HIV anzustecken. Interessant, dass die Autor_in des Artikels in der taz dieses ein Ergebnis als Erfolg verkaufen möchte.

Kumbia Queers in München – 1000% Tropipunk

14. Juli 2010 | Kafe Marat | Thalkirchnerstr 104 | Eintritt 5 Euro
kumbia queers
mehr Infos gibts hier und hier
http://www.myspace.com/laskumbiaqueers

Mal was anderes: Moderat

Moderat „Rusty Nails“ from Pfadfinderei on Vimeo.