Archiv für Oktober 2010

Sylvie Lindeperg: Nacht und Nebel

Ich hätte gerne eine Rubrik für Bücher, die ich unbedingt lesen muss, sobald ich wieder etwas mehr Zeit habe. Aus aktuellem Anlass und um einen Anfang zu machen, soeben erschienen bei Vorwerk8:

Lindeperg: Nacht und Nebel
Ein Film in der Geschichte.
Texte zum Dokumentarfilm Bd. 14
350 Seiten, Broschur, zahlr. Abb.
Erschienen im Oktober 2010

Lindepergs in Frankreich preisgekrönte Biographie des berühmten KZ-Films von Resnais als Schlüssel zur Zeitgeschichte – jetzt auf Deutsch zugänglich.
Der Film »Nuit et Brouillard« [»Nacht und Nebel«,1956] von Alain Resnais über das nationalsozialistische KZ-System hat Bilder der Lager erstmals nach dem Krieg international einem großen Publikum vermittelt. Lindepergs Studie ist die Biographie dieses Films als »Mikrogeschichte in Bewegung« und der Benjaminschen Aufforderung an den Historiker verpflichtet, »in der Analyse des kleinen Einzelmoments den Kristall des Totalgeschehens zu entdecken«.
Lindepergs brillante Studie ist weit über den Kreis der Dokumentarfilm-Interessierten hinaus bedeutsam: die exemplarische Filmbiographie ist als Methode zeit- und filmhistorischer Forschung etabliert und trägt der immer enger werdenden Verschränkung von Medien und Geschichte Rechnung.

Sarrazin wegschaffen!

Hier eine einfache (legale) Aktion, die die Möglichkeit bietet, euren
Unmut über Sarrazins unsägliches Buch „Deutschland schafft sich ab“ und
dessen erschreckende Resonanz zu äußern.

Geht in ein Buchkaufhaus, nehmt ein Exemplar des Buches vom Stapel und
stellt es in ein Regal, das euch passend vorkommt, z.B. Horror,
Science-Fiction/Fantasy, Nationalsozialismus…

Wenn genug Leute mitmachen, wird das Buch ein Stück weit aus dem Verkehr
gezogen, gleichzeitig können sich Menschen darüber amüsieren oder
ärgern, wenn sie es unerwartet woanders finden.

Bitte verbreitet diesen Aufruf weiter.

Migrationsmanagement durch Entwicklungshilfe

Europäische Migrationskontrolle am Beispiel des CIGEM in Mali

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Informationsveranstaltung mit Jana Janicki und Thomas Böwing vom Netzwerk kritische Migrationsforschung
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15. Oktober 2010 | Kulturladen Westend
Ligsalzstraße 44 | 80339 München| U-Bahnhaltestelle Schwanthalerhöhe
Eintritt frei | Beginn: 19:00 Uhr
migrationsmanagement durch entwicklungshilfe

Im Herbst 2008 wurde das aus EU-Entwicklungshilfegeldern finanzierte Zentrum für Migrationsmanagement (CIGEM) in Bamako in Mali eröffnet. Die Idee, ein Migrationszentrum in einem der wichtigsten Herkunftsländer afrikanischer Migrant_innen in Europa zu errichten, kommt aus der Zeit, nachdem im September 2005 hunderte von afrikanischen Migrant_innen versucht hatten, die Zäune der spanischen Exklaven Ceuta und Melilla in Marokko zu überwinden. Den EU-Politikern wurde vor Augen geführt, dass Migration auch durch immer höhere Zäune nicht zu stoppen ist. So erweiterte sich die Strategie der europäischen Migrationspolitik von einer ausschließlichen Militarisierung der Außengrenzen hin zu einer Instrumentalisierung der Entwicklungspolitik in den Herkunftsländern. So propagiert das CIGEM die besondere Bedeutung von Migration für die Entwicklung Malis.

Jana Janicki und Thomas Böwing vom Netzwerk kritische Migrationsforschung werden am Beispiel des CIGEM in Mali darstellen, wie die EU versucht über die neue Verbindung von Entwicklungs- und Migrationspolitik auf das Migrationsverhalten der Menschen in Transit- und Herkunftsländern einzuwirken.

Eine Veranstaltung im Rahmen des Projektes „Migration Entwicklung“. Ökumenisches Büro München: www.oeku-buero.de