Tag-Archiv für 'objekt'

re.act.feminism

performancekunst der 1960er und 70er jahre heute

klar haben wir den ausflug in die hauptstadt nicht nur darauf beschränkt, den worten von judith butler zu lauschen. unter anderem haben wir uns auch durch die durchweg sehenswerte ausstellung re.act.feminism führen lassen und es sehr bedauert, dass wir nicht die zeit hatten, sie und insbesondere das videoarchiv uns ein zweites mal ungeführt ansehen zu können. naja, auch ein grund mal nach budapest zu reisen.

mein persönliches highlight dieser ausstellung war kate gilmore mit ihrem endlosversuch auf rollschuhen eine art holzrampe mit kreuzigungsanleihen raufzuklettern. eklige blutartige flüssigkeit, die schwallartig runterläuft und rampe und rollschuhträgerin immer mehr einsaut. hat bei mir einen voyeristisches immer-wieder-hinschauen-müssen ausgelöst: aber schaut selbst hier:
kate gilmore | Cake Walk | 2005

Popfeminismus als linkes Vermächtnis oder kapitalistische Erneuerung?

Sonja Eismann in der Jungle World über Lauter eloquente junge Männer , der Poplinken, die älter werden, unter akutem Objekt- und Subjektverlust leiden und von shoppenden Popfeministinnen beerbt werden.

„Der euphorische Kulturalismus der damaligen Zeit wirkt freilich in seiner Naivität aus heutiger Sicht fast rührend. Wenn man als feministisches Kollektiv beispielsweise hoffnungsvoll blauäugig davon ausging, Shopping (als feminin kodierte Tätigkeit) könne ein Zeichen von Dissidenz sein oder weibliches Groupietum eine Form von Empowerment. Heute hingegen muss sich noch zeigen, ob der (Pop-)­­Feminismus das einzige linke Vermächtnis der Poplinken ist oder doch die vielgeschmähte Erneuerungsideologie des Kapitalismus. Schön wäre es ja, wenn im Gegenteil der Feminismus als emanzipatorische Kraft nun umgekehrt mal für alle sprechen könnte. Kann man sich ja mal wünschen.“

PorNo-DankeNein?

Gibt es überhaupt eine Unterscheidung zwischen „guter Liebe“ und „böser Sexualität“? Heißt gute Liebe nicht einfach schlechter Sex? Warum ist Pornoschauen nur was für harte Jungs? Kann es sein, dass wir theoretisch pornografisch und praktisch prüde sind? Warum nicht einfach mal guten Koitus und harten Kuschelsex? Warum müssen Lesben eigentlich im Bett immer ihren Mann stehen?

Sehen und gesehen werden

Im Gegensatz zu dem Gemeinplatz, daß die Pornographie den anderen (die Person, die auf dem Bildschirm gezeigt wird) zum Objekt unserer voyeuristischen Lust degradiert, müssen wir betonen, daß es eigentlich der Zuschauer ist, der die Position des Objekts einnimmt: die wirklichen Subjekte sind die Schauspieler auf der Leinwand, die versuchen, uns sexuell zu reizen, während wir, die Zuschauer, auf paralysierte Objekt-Blicke reduziert sind.
(Zizek, Slavoj: Was sie schon immer über Lacan wissen wollten und Hitchcock nie zu fragen wagten)