Tag-Archiv für 'queer'

Gendersalon in der Glocke München

Ihr seid herzlich zum zweiten ‚Gender Salon‘, veranstaltet durch den
Lehrstuhl Prof. Villa eingeladen. Zu Gast ist diesmal die Kuratorin
Bettina Knaup (Berlin), die einen Vortrag zum Thema

„Strategien der Un/Sichtbarkeit in feministisch-queerer Performancekunst“

hält.

Anhand aktueller kuratorischer Projekte wie „re.act.feminism ­
performancekunst der 1960er und 70er Jahre heute“ wird Bettina Knaup
feministisch queere Perfor-mancekünstlerInnen verschiedener Generationen
vorstellen, die Performancekunst als Laboratorium für neue Formen
(kollektiven) Handelns und gesellschaftlicher Praxis begreifen.
Anschließend gibt es, wie immer, die Möglichkeit zur Diskussion.

Der Gender Salon findet am Mittwoch, den 26.Januar 2011 um 20h in der
Glocken-bachwerkstatt (Blumenstr. 7, 80331 München) statt.

Eintritt 3€

Weitere Informationen findet Ihr hier:

Judith Butler im Portrait

Warum wird dieses Portrait von Judith Butler (das 2006 auf Arte gesendet wurde) nicht mal wieder ausgestrahlt? Zum Glück sind wir nicht zum warten und hoffen verdammt, sondern können uns das auch online anschauen. Sehr sehenswert und sehr verständlich: die meiste Zeit Englisch mit französischen Untertiteln. Und zwischendrin gibt es eine kurze wunderbare Stelle in der sich Judith Butler und Isabell Lorey auf deutsch unterhalten. Ich würde sagen, viel Vergnügen!

Teil 1

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Happy Queering Mister President!

Dass der Spiegel keine Vorkämpferin in Sachen Feminismus ist, ist nun wirklich keine Neuigkeit. Vermutlich waren es also keine queeren Träumereien, die den Spiegel dazu veranlasst haben Michelle Obama als Barack Obamas besten Mann zu bezeichnen, sondern öder alteingesessener sexistischer Sprachgebrauch. Kann ich mich aber auch nicht wirklich drüber aufregen. Spiegel nicht lesen, klar, aber nicht unbedingt aus Protest, sondern aus Langeweile.

Judith Butler: Frames of War. When Is Life Grievable?

Für alle die genauso ungeduldig sind wie ich, was sie am Berliner Judith Butler Vortrag Frames of War zu erwarten haben, gibt es hier eine Kurzzusammenfassung des aktuellsten und vorausssichtlich im April erscheinenden Buches von Judith Butler mit dem Titel Frames of War. When Is Life Grievable? Klingt ähnlich wie der Titel des Vortrags? Genau. Bitteschön:

This is a profound exploration of the current wars, looking at violence, gender and different forms of resistance. In „Frames of War“, Judith Butler explores the media’s portrayal of state violence, a process integral to the way in which the West wages modern war. This portrayal has saturated our understanding of human life, and has led to the exploitation and abandonment of whole peoples, who are cast as existential threats rather than as living populations in need of protection. These people are framed as already lost, to imprisonment, unemployment and starvation, and can easily be dismissed. In the twisted logic that rationalizes their deaths, the loss of such populations is deemed necessary to protect the lives of ‚the living‘. This disparity, Butler argues, has profound implications for why and when we feel horror, guilt, loss and indifference, both in the context of war and, increasingly, everyday life. In this urgent response to increasingly dominant methods of coercion, violence and racism, Butler calls for a reconceptualization of the Left, one united in opposition and resistance to the illegitimate and arbitrary effects of state violence.

Queer Theory und Kapitalismus

queere Kapitalismuskritik mit Katharina Pühl. Warum eigentlich ist Berlin so weit weg? Mist! Aber vielleicht findet sich ja jemand, der_die das ganze aufzeichnet und online stellt?

Zum Ausgleich hab ich den Text bei gender-killer gefunden, der zwar nicht mehr ganz neu, aber immer noch lesenswert ist:
Queere Politiken im Neoliberalismus? Von Katharina Pühl

Die Diskussion um das Verhältnis von queeren Politiken und Ökonomie wird oft in eine unheilvolle Gegenüberstellung gebracht: queere Politiken seien “nur” eine Intervention in kulturelle Codes und Identitäts-bezogene Politikmuster der Kritik von Heterosexualität, sagen manche KritikerInnen. Die postmoderne, angeblich vor allem sprachbezogene Kritik des Subjekts verbleibe auf einer Diskursebene, die den ihnen zugrundeliegenden politisch-ökonomischen Verhältnissen äußerlich bleibt oder sogar zu deren Entpolitisierung, gerade gegenwärtig, in der neoliberalen beliebigen Bezugnahme auf verwertbare Identitätsmuster, beitrage. Umgekehrt resultiert aus einer Ökonomie-zentrierten Kritik gesellschaftlicher Verhältnisse nur zu leicht eine “Ableitung” sozialer Kämpfe in der Sphäre von Kultur, die ihren “wahren” Widerspruch doch eigentlich im Verhältnis von Kapital und Arbeit hätten. Von manchen wird queerer Aktivismus als lediglich individuell-private Identitätspolitik als Antwort auf die Zweigeschlechternorm gelesen, die die strukturellen Widersprüche kapitalistischer Vergesellschaftung verkennt und ein subversives Außen suggeriert, das es nicht geben kann. (mehr…)